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Care-Arbeit vs. Fachkräftemangel

Wo stehen wir im 2021 mit der Gleichstellung?

Care-Arbeit, d.h. bezahlte und unbezahlte Betreuungs-, Pflege- und Hausarbeit für Kinder und Erwachsene, wird vor allem von Frauen geleistet. Unbezahlte Care-Arbeit kommt teuer zu stehen: bei der beruflichen Laufbahn wie auch bei der Sozialen Absicherung ist mit nachteiligen Konsequenzen zu rechnen. Denn Frauen reduzieren aufgrund unbezahlter Care-Arbeit ihr Arbeitspensum und verlieren so entsprechende Sozialbeiträge, was sich wiederum auf die Rente auswirkt.

80% macht inzwischen die unbezahlte Care-Arbeit aus, das sind jährlich rund 80 Mia sFr.! Bei rund 93% wird unbezahlte Care-Arbeit von Frauen für Kinder geleistet. Die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau ist in weiter Ferne gerückt und mit der aktuellen Pandemie hat sich die Situation sogar verstärkt...



Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Frauen machen 50,3% der Schweizer Bevölkerung aus. 76.3% der Frauen sind berufstätig, somit rücken wir auf Platz 2 im EU-Vergleich. Dabei ist jede 2. Frau aufgrund ihres Berufs hochqualifiziert, arbeitet jedoch nur zu 40% in Vollzeit.


Wie sieht es aus mit dem Fachkräftemangel? Überwiegend hat es einen hohen Männeranteil in Berufen (ausser Medizin) mit Fachkräftemangel (IT, Ingenieur-, Treuhandwesen). Frauen arbeiten vor allem in Bereichen mit Fachkräfteüberangebot (Pflege, Reinigung, administrative, kaufmännische Berufe...).



Was braucht es für einen weiteren Schub in Richtung Gleichstellung?


Die universitären Studieneintritte zeigen folgendes Bild: bei den Technischen Berufen sind es 31%, bei Medizin und Pharmazie 67,3% Frauenanteil. An der Fachhochschule weisen die Studieneintritte bei Bau-/Planung/Architektur 32.4%, bei Technik und IT 12.7% und im krassen Gegenzug bei Gesundheit 75.6% und Soziale Arbeit 83.9% Frauenanteil.

Das grösste ungenutzte Potenzial von Frauen liegt in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Der grösste Fachkräftemangen ist in den Ingenieurwissenschaften aufzuweisen, hier ist der Fraueneintritt rückläufig. Es braucht Frauen in den MINT-Berufen!

Die klassischen Frauenberufe in der Körperpflege, KV oder im Detailhandel sind nicht zukunftstauglich (Digitalisierung, Automatisierung, Wegrationalisierung). Mit 8 Jahren formen Mädchen bereits stereotypisierte Berufe (vor allem Pflege, Verkauf). Es liegt an uns allen, die Berufswahl für Mädchen auszuweiten und andere Perspektiven aufzuzeigen. Die eingeschränkte Berufswahl von Mädchen braucht neue und moderne Rollenbilder.


Frauen sind attraktive Arbeitskräfte

Gut ausgebildete Frauen sind beruflich erfolgreich: denn 34.3% der Vollzeit beschäftigten Frauen sind in Führungsposition, allein schon 24.4% in der Kredit- und Versicherungsbranche.


Und dennoch bewerben sich Frauen immer noch für Positionen, in denen sie überqualifiziert sind. Sie trauen sich weniger zu, verhandeln den Lohn schlechter....


Das wollen wir ändern!

Haltet Ausschau nach Unternehmen, die wertegeleitet sind und Diversität wie Inklusion fördern. Es gibt Unternehmen, die dafür nominiert werden wie z.B. mit dem Prix Balance oder Great Place to work. Auch haben Unternehmen längst erkannt, das verschiedene Arbeitsmodelle attraktiver sind.

Und auch mal Nein sagen können bei der Care-Arbeit und den Mann dafür aufbieten😉.


Gerne unterstütze ich dich dabei, dein Optimalszenario zu gestalten, damit du deine berufliche Rolle gestärkt angehen kannst.

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Dieser Blogbeitrag entstand aus einer Keynote von Helena Trachsel, Leiterin Fachstelle Gleichstellung des Kantons Zürichs, anlässlich des online Events vom 10.05.2021, welche ich zum Thema #FrauenStärken von Januar bis Juni 2021 montags von 14.00 - 15.00 organisiere.




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